Sonntag, 4. August 2013
Der Kampf des Westviertel-Katholizismus - oder warum die Amerikaner bleiben
ein text zum tage lediglich. ohne großen anlaß. "über dualismen" - und darüber, wie man "durch bleiben den dualismus förderte". oder mit einer der gründe, warum die amerikaner vermutlich noch lange in mitteleuropa bleiben werden. und warum dies auf sicht allen alten europäischen kulturkatholizismus vermutlich auch weiterhin schwächen resp. marginalisieren wird.

vorsatz: alle könnten im grunde doch sowieso schon immer alles wissen, wenn sie nur wollten. denn land und geschichte waren reich.



daher, in manchen gegenden deutschlands - wir berichten lediglich, beziehen nicht stellung - war es "schon immer" so, dass man zu ca. 91% evangelisch war, zu 6 % katholisch, und der rest irgendwie. also früher. auch wenn dies inzwischen fast in vergessenheit geraten zu sein scheint.



und das in solch evangelischen gegenden die einigen wenigen katholiken am weißen sonntag vor ihren kirchen direkt auffielen, sie fast schamhaft ein wenig abstand hielten zum rest der welt. weil auffällige minderheit. teilweise von der - so empfundenen - "widerlichen blödheit an der spitze ihrer organisation" mehr als einmal mit blamiert oder bloßgestellt.



ein rest, der also natürlich nicht wirklich evangelisch war, sondern "nur so", qua herkommen und soziologischem erbe. instinkt und verhalten eher denn wissen und reflektion - wie woanders auch. was gerade auch hieß, schon seit jahrhunderten keine kämpfe mehr auszufechten. sondern reicher erbe zu sein. oder.

stadtteilsweise wurde da 1952-58 und folgende (68, 73...) vollkommen aufgeklärt und unprätentiös auch schon mal zu 78 oder 84 % spd gewählt.



was auch hieß, keiner irgendwie katholisch oder sonstwie gearteten pyramidenstruktur anzugehören. (crux des katholizismus als sozialstruktur wäre dann u.a. evtl., dass viele sich zwar befreiten, in dem sie nicht mehr glaubten, austräten, sich fern hielten, hassten, dagegen-anschrieben zwar - aber trotzdem weiterhin noch für generationen ein gewisses "pyramiden-suchverhalten" womöglich nicht ablegen könnten: immer müsste es eine relativ hierarchisch gefügte, vorfindliche struktur geben - und weiter oben wäre a. ganz sicher besser, b. mehr wissend, c. großmütig-verzeihlich, d. überlegen, e. weniger an zahl, f. mehr im besitz von geheimniss. warum aber eigentlich?)



nun, wie auch immer gab es woanders schon immer nora-platiel-strassen. http://de.wikipedia.org/wiki/Nora_Platiel - man wuchs damit auf. und es konnte nicht anders sein. und bewahrt sich womöglich zunehmend schwer.



solche strassen wurden einfach schon von oben herab so genannt. brauchte man gar nicht kämpfen für. auch lager wie das von gurs kamen gut vor in der öffentlichen liturgie. http://de.wikipedia.org/wiki/Camp_de_Gurs ("Das Camp de Gurs in der französischen Ortschaft Gurs am Westrand der Pyrenäen war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg das größte französische Internierungslager. Unter den bereits erwähnten Unerwünschten befanden sich auch Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die wegen ihrer Herkunft oder politischen Haltung bzw. als ehemalige Interbrigadisten aus Spanien nach Frankreich geflohen waren und als ausländische Staatsangehörige einer feindlichen Nation angesehen wurden. Unter ihnen befand sich eine bedeutende Zahl deutscher Juden, die vor dem Naziregime geflohen waren, wie z. B. Hannah Arendt; sie war 1933 vor den Nazis nach Frankreich geflohen und wurde im Mai 1940 in Gurs interniert .")



da gab's nichts totgeschwiegenes, hätte man auch als komisch empfunden: "die vielfalt der guten kräfte war schon immer unter uns". und bücher kann man übersetzen und frei verteilen, damit sich jeder selber bilde. so wie zeitungen. unvoreingenommen und unverbildet. angstfrei auch.



a propos dualismus der überschrift , es gab da eine doku:
.
"Der Dokumentarfilm "Das Gewissen der Superreichen" gibt Innenansichten in die Welt reicher Philanthropen. Entlang der spektakulären US-Initiative entfacht sich eine Auseinandersetzung über Chancen und Grenzen der Philanthropie in einem kapitalistischen System und die Verantwortung der Reichen in unserer Gesellschaft."



montiert, soweit erinnerlich, ganz schamlos warren buffet im direkten gespräch gegen Ariane de Rothschild; sie des standpunktes der verpflichtung der elite und nukleus-funktion des alten geldes, er klar anders positioniert: eine erfolgreiche gesellschaft stattet grundsätzliche alle mit allen informationen gleich und - soweit möglich- kosten- und aufwandslos aus; die sich dann ergebenden wettbewerbe und auslesen bringen die besten am weitesten (also in amerika) - und fördern in der folge ihr land und die welt am stärksten.



(wobei selbstverständlich auch mr. buffet "nur" ein geldmann wäre, aus gewissen europäischen sichtweisen evtl.. zuerst hatte er sich ja direkt als produktionsunternehmer versucht. "war aber als arbeitgeber im vergleich zu den ihn umgebenden, konkurrierenden arbeitgebern zu weich, konnte relativ nicht hart genug knechten und ausbeuten", so ein gewisses europäische vorurteil. also verlegte er sich aufs einsammeln der gelder, die andere solcherart produziert hatten - und die als freie willensentscheidung von menschen verfügbar waren, nach anlage suchten.



nicht wurde er also arzt, feuerwehrmann, germanist, gaukler, allein-erziehender vater, theateregissuer, verwaltungsspezialist, drehbuchautor, maler oder zigeuner. er bleib schon der welt des geldes verhaftet - und tut jetzt, da er alt ist, viel gutes.)

katholisches sozialverhalten, das wäre für manche früher auch schon mal mit tendenz zu "hermetisch", von außen kommende vielfalt ablehnend - bis hinein ins neurotische - gewesen?



gipfel des erlebnisses von in ehemals rein katholisch gebiete "ausländisch zugreisten" mit gehabter glücklicher, angstfreier kindheit - warren buffet sagt's u.a. auch: er hatte "unconditional love" von seiner eltern, "nicht zu übertreffen" - schon mal - man hat es so erlebt , ja – wenn aus der kirche ausgetretene katholische kleinbürgereltern ihre kinder seelisch "nach eigenem vorbild" absichtlich auch in nächster generation weiter misshandelten, "denn wer eine schwere jugend hatte, wird später dafür aber um so glücklicher sein", "wenn die bearbeitung innerlich erstmal geglückt" – "und kinder mit unglücklicher kindheit werden im leben dafür später aber um so glücklicher sein." humbug, entsetzlicher unsinn, ja.



gut also, dass der von amerika aus beförderte wettbewerb bleibt.